Die Golflektion!

In: Geschichten von Simu

19. Nov 2008

Es geschah im Herbst 2008. Andrea hatte plötzlich Lust, mit mir auf den Golfplatz zu gehen und ein paar Bälle zu schlagen. Cool, eine Golflektion mit Andrea, perfekt!

Erst vor kurzem hatte ich von meinem netten Nachbarn P.M. ein paar „rechte“ Schläger (Schläger für Rechtshänder) ausgeliehen. Selber spiele ich links, wie die meisten Eishockeyspieler, welche „verkehrt“ spielen, also wie Linkshänder.
Wir fuhren also zum Golfpark Moossee und suchten uns eine Abschlagmatte, wo es nur wenige Zuschauer hatte. Ich nahm auch einen rechten Golf Club (Club = Schläger) und zeigte Andrea damit, wie das so geht. Den Golf-Handschuh liess ich schön in der Tasche, denn ein linker Handschuh bringt bei rechten Schlägern nichts.

Andrea traf die Bälle auf Anhieb recht gut und kam mit jedem Schlag weiter! Mir lief es rechts auch nicht schlecht, vor allem war die Flugbahn meistens schön gerade, jedoch bei Weitem nicht so weit wie mit den gewohnten linken Schlägern.

Langsam musste sich Andrea wohl fragen, warum ich nicht viel weiter schlage als sie – ich, der ja im Sommer ständig auf dem Golfplatz rumgestolpert ist. Proaktiv sagte ich ihr also stolz: „Schau mal, ich spiele jetzt mal mit Links, dann siehst du, wie weit ich die Bälle dem Horizont entgegen schlagen kann!“.

Ich schnappte mir das linke Eisen 5, stellte den Ball auf das Gummi-Tee, holte aus und drosch mit voller Wucht auf den Ball ein. Es ertönte ein hohes „Ping“ und der Ball flog wunderschön los! Dumm nur, dass der Schläger gleich hinterher flog und über einen 2 Meter hohen Strauch ca. 30 Meter auf dem Feld der Driving Range erst zu Boden kam. Der dumme Schläger ist mir voll aus der Hand geflutscht.

Mir war das natürlich extrem peinlich und ich wollte den Schläger so schnell wie möglich holen. So schlich ich mich dem Strauch entlang etwas auf das Feld, merkte aber sofort, dass das viel zu gefährlich ist – und zudem strengstens verboten. Mein Herzschlag wurde immer schneller, am liebsten wäre ich einfach nach Hause gegangen. Doch ich konnte nicht, der Schläger wäre sonst sicher verloren gegangen.

Andrea sagte: „So los, jetzt mach etwas“, und weiter „sonst musst du halt im Clubhaus fragen gehen“.

Das wollte ich ja vermeiden – ist ja oberpeinlich, dort hin zu gehen und zu sagen, dass man den Schläger auf das Feld geworfen hat. Auf dem Weg zum Clubhaus überlegte ich mir ein paar Varianten. Ich könnte einfach sagen, dass es meiner damaligen Freundin passiert sei – doch was passiert, wenn dann jemand mitkommt und Andrea darauf anspricht? Nein! Da musste ich durch: „Hallo, ähm, einer meiner Schläger hat sich auf das Feld der Driving Range verirrt, was kann man da machen?“

Mit einem höhnischen Lächeln wurde mir gesagt, dass ich einfach die restlichen Golfer bitten soll, kurz Pause zu machen, während ich den Schläger hole.

Super, dachte ich mir, ist ja noch viel peinlicher, allen dort zu erzählen, dass mir der Club entglitten ist! Ich hab’s dann auf die vordersten zwei Golfer beschränkt. Danach rannte ich auf’s Feld, zog den Kopf ein und holte den Schläger. Damit war die Golf-Lektion zu Ende!

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